SPD Ortsverein Roßdorf und Gundernhausen

Europa zu Gast in Roßdorf

Europa

Udo Bullmann, MdEP, Santi Umberti, Herbert Dobner (v. l.)

Ach so fern – und doch nicht nah, das ist der Eindruck von „Europa“ wie er bei vielen Bürgern vorherrscht. Damit das nicht so bleibt hat der Ortsverein SPD Roßdorf und Gundernhausen am 18. Mai zu einer Podiumsdiskussion rund um das Thema Europa eingeladen. Als direkte Ansprechpartner standen an diesem Abend im Sonnensaal Udo Bullmann, Mitglied des Europaparlaments und Santi Umberti, Regionalmanager und Kandidat für das Europaparlament Rede und Antwort.

Herbert Dobner, Vorsitzender des SPD Ortsvereins begrüßte die Gäste aus Roßdorf und den umliegenden Gemeinden und stellte die Referenten vor. Ebenso begrüßte er die Vertreter der verschiedenen Bauernverbände und freute sich über die große Anwesenheit insbesondere der Ortslandwirte.

Karl-Heinz Rück, als Vertreter der in Urlaub befindlichen Bürgermeisterin, richtete seine Grußworte an die Anwesenden.

Uwe Sander, stellvertr. Vors. des SPD OV, moderierte den Abend und startete die Diskussion mit einer kurzen Einführung in das Thema. Ein Schwerpunkt des Abends sollten die Auswirkungen der europäischen Agrarpolitik auf die lokale Agrarwirtschaft in Roßdorf und Umgebung sein.

Schnell war klar, dass dieses Thema den Nerv der Gäste traf. Waren doch viele Landwirte und Nebenerwerbslandwirte anwesend. Karl-Heinz Rück, dieses Mal in seiner Funktion als Ortslandwirt zählte die einzelnen Knackpunkte der Europapolitik hinsichtlich der Auswirkungen auf die örtliche Landwirtschaft auf. Udo Bullmann ging mit großem Fachwissen auf jeden angesprochenen Punkt eines jeden Redners ein und glänzte doch mit erstaunlich tiefem Wissensstand auch in dem Bereich Landwirtschaft. Er fand immer klare Worte, nahm manches Arbeitsthema auch mit. Aber er wies auch auf die oftmals wenig bekannten Verteilung der Verantwortungen hin. Denn nicht alles was an diesem Abend kritisiert wurde ist auch tatsächlich im Europaparlament entschieden worden. Leider, so Bullmann, denn gerade für die Umsetzung der EU-Vorgaben in der Agrarwirtschaft ist zunächst die Bundespolitik und teilweise auch die Länderparlamente zuständig. Hieraus ergeben sich oftmals Ungleichheiten in den nationalen Auslegungen und Kontrollen. Deswegen fordert Bullmann die Verantwortung und die Entscheidungskompetenz für die Agrarwirtschaft auf das Europaparlament zu übertragen. Für den Bürger ist manches sonst auch nicht transparent und nachvollziehbar.

Die Redebeiträge gingen von der Legehennenhaltung über Ebermast, Kastration von Ferkel mit oder ohne Betäubung, Dumpingpreise von Fleisch bei riesigen Handelsketten, Gewässerschutz, Verordnung zur Anbindung von Kälbern im Stall, Zuckerrübenanbau – und hier immer die jeweilige Umsetzung der Verordnung – verbunden mit all den Schwierigkeiten und Kosten – hier in Deutschland – im Gegenzug in den Nachbarländern, ferne und nahe Länder. Es waren komplexe Sachverhalte und ein reines schwarz/weiß Denken unmöglich. Udo Bullmann machte es an einigen Beispielen deutlich: es gibt viele Interessensvertreter zu jedem Thema und es müssen alle zusammen an einem Strick ziehen, nur das sichert den Erfolg. Und das ist nicht immer einfach. Beispielsweise Fleischproduzenten, Metzger, Schlachthäuser, Restaurantbetriebe und private Verbraucher – wenn in dieser Kette einer ausschert funktioniert es nicht.

Santi Umberti wagte den Spagat von der Agrarpolitik zum Vertrag von Lissabon und forderte auf zur Wahl zu gehen. Nur eine gute Wahlbeteiligung sichert auch ein starkes Europaparlament und wie wichtig dies ist, zeigte die Diskussion auch an diesem Abend.

Fazit dieser Veranstaltung - so Uwe Sander - ist, dass allen deutlich wurde: so weit weg ist Europa und die Europapolitik nicht. Auch wenn noch nicht alles rund läuft – ohne ein Vereintes Europa hätten wir schlechtere Chancen im Weltmarkt. Nur ein gemeinsames Engagement im Rahmen der EU sichert gerade in der jetzigen Finanzkrise eine nachhaltige und zukunftsorientierte Lösung der anstehenden Aufgaben.

Herbert Dobner und Uwe Sander

 
 

Bijan Kaffenberger

 

 

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